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09.01.2026

Die Zugspitze wurde sein Schicksal

Frau Prof. Dr. C. Lüdecke, Diplommeterologin und emeritierte Professorin für Geschichte der Naturwissenschaften, präsentierte den überaus fesselnden Vortrag: „Josef Enzensperger - Die Zugspitze wurde sein Schicksal“. Als Jurist und begeisterter Bergsteiger wurde Enzensperger im Jahre 1900 vom Münchner Alpenverein als Wetterbeobachter auf die Zugspitze entsandt. Für diese Aufgabe überwinterte er allein 7 Monate im Münchner Haus, an seiner Seite nur der Hund „Putzi“. Nur 2 Monate später wurde er überraschend als Ersatzmann auf die erste deutsche Südpolarexpedition von Erich von Drygalsky an die Antarktis entsandt. Dort starb der 30-jährige. Sein Tod hinterließ viele offene Fragen bezüglich der Todesursache. Neben Robert Koch beschäftigten sich Dr. Schiller (der spätere NS-Arzt, der durch Menschenexperimente unrühmlich in die Geschichte einging), Dr. Gazert (Chefarzt am Krankenhaus Partenkichen) und weitere Mediziner mit der Aufklärung der Todesursache. Dr. Gazert entdeckte letztlich den Zusammenhang mit dem Aufenthalt auf der Zugspitze, wo Enzensberger ernährungsbedingt wohl schon die Vorraussetzungen einer damals noch nicht bekannten Vitaminunterversorgung entwickelt hatte. Durch die einseitige Ernährung, die sich auf der Polarexpedition verstärkte, entdeckte letztlich Dr. Gazert das Thema Vitamine im Zusammenhang mit dem Tod Enzensbergers. Der Vortrag von Frau Prof. Lüdecke spannte in kurzweiliger und professioneller Art an Hand des kurzen Lebens des J. Enzensperger den Bogen von der Zugspitze über die Antarktis bis zur Entdeckung der Vitamine. Im sich anschließenden Frageteil rundeten viele, auch sehr unterhaltsame Fragen der sehr aufmerksamen Zuhörer den Vortragsteil des Abends ab.

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